Hinweise auf erhöhtes Parkinson-Risiko bei Autismus

In einer Studie wurde untersucht, ob ein Zusammenhang besteht zwischen der Autismus-Spektrum-Störung (ASS) und einem Risiko für die Parkinson-Krankheit (Morbus Parkinson).


Svenja Sausen

Durchführung der Studie: Registerdaten von über 2 Millionen Menschen

Die Studie wurde von Wissenschaftlern des Karolinska Institutet in Schweden durchgeführt. Sie betrachtet Registerdaten von über 2 Millionen Personen, die zwischen 1974 und 1999 in Schweden geboren wurden. Untersucht wurden nur die Fälle, in denen Parkinson vor dem 50. Lebensjahr auftritt, was an sich sehr selten ist. Die meisten Fälle von Parkinson treten ab dem 60. Lebensjahr auf.

Ergebnis der Studie: deutlich erhöhtes Risiko für Autisten

Die Daten zeigen, dass Parkinson vor dem 50. Lebensjahr

· bei 0,02% der Personen ohne ASS auftrat und

· bei 0,05% der Personen mit ASS.

Nach Berücksichtigung von weiteren Faktoren, die das Risiko für Parkinson erhöhen (z.B. Geschlecht, Depression, sozioökonomischer Status) oder Parkinson-ähnliche Symptome zeigen (z.B. Behandlung mit Antipsychotika), sind Personen mit ASS immer noch deutlich häufiger betroffen.

ASS und Parkinson mit gemeinsamer biologischer Grundlage?

Dieses Studienergebnis deutet laut den Wissenschaftlern darauf hin, dass ASS und Parkinson eine gemeinsame biologische Grundlage haben könnten. Es wird unter anderem angenommen (Hypothese), dass das Dopaminsystem der gemeinsame Nenner ist.

Bei Parkinson bauen dopaminerge Neuronen ab. Das sind die Nervenzellen im Gehirn, die den Botenstoff Dopamin produzieren und freisetzen. Dopamin ist unter anderen wichtig für das Sozialverhalten, aber auch für die Bewegungssteuerung. Frühere Studien deuten darauf hin, dass auch bei ASS das Dopaminsystem betroffen sein könnte.

Originalpublikation

Weiyao Yin, Abraham Reichenberg, Michal Schnaider Beeri, Stephen Z. Levine, Jonas F. Ludvigsson, Martijn Figee, Sven Sandin, JAMA Neurology, online 27 May 2025, doi: 10.1001/jamaneurol.2025.1284


Hinweis
Svenja Sausen bereitet ehrenamtlich die Inhalte wissenschaftlicher Studien für uns auf. Ziel ist es, Betroffene auf möglichst verständliche Art und Weise über Aktuelles aus Psychiatrie, Psychotherapie, Medizin und Forschung zu informieren.

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